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Mozart, Kreativität und Eigenverantwortung

Wolfgang Amadeus Mozart ist für viele das musikalische Wunderkind schlechthin. Er hat sein erstes Minuett bereits im Ater von fünf Jahren geschrieben und insgesamt 626 katalogisierte Werke hinterlassen. Reine Magie oder doch auch exzellente kreative Strategie?

Ausgehend von Mozarts Briefen ist es besonders verlockend, sich seinen Arbeitsstil mit NLP Methoden anzusehen und erlernbar zu machen. Bei dieser Form der Modellbildung wird neben den Werten und Glaubenssätzen vor allem die Form der Sinneswahrnehmung betrachtet.

Visuell – sehen
Auditiv – hören
Kinästhetisch – fühlen, spüren
Olfaktorisch – riechen
Gustatorisch - schmecken

Wie werden die Informationen der fünf Sinne vom Gehirn in kreative Prozesse umgesetzt?

Mozart schreibt 1789 in einem seiner Briefe, dass er besonders gut komponieren konnte, wenn er für sich alleine und in innerer Hochstimmung war – während einer Kutschenfahrt, nach einem guten Mahl bei einem Verdauungsspaziergang oder in der Nacht, wenn er nicht schlafen konnte.
Ausgehend von einem positiven kinästetischen Gefühlszustand hörte er Töne oder Klänge. Es kam zu einer Synästesie. Es handelt sich dabei um eine Verbindung von unterschiedlichen Sinnesebenen,
z.B. Zahlen in Farben sehen. In Mozarts Fall ist es eine Überlappung des positiven kinästhetischen Gefühls mit dem auditiven Klang.
( Mikrostrategie: K + → A )

Je stärker das positive Grundgefühl, umso stärker werden die Töne nach den Regeln des Kontrapunktes zu größeren Einheiten verbunden. Mozart spricht von Häppchen, die ein Gericht ergeben. Essen spielt bei ihm häufig eine große Rolle, was auf starke gustatorische Verbindungen, vor allem für seine Grundstimmung hinweist. Gutes Essen hält also doch Körper, Geist und Seele zusammen.

Im nächsten Schritt fügen sich die einzelnen Elemente zu größeren Teilen (Chunks) zusammen und stehen fast vollendet vor ihm, sodass er sie wie ein feines Bild oder eine wunderschöne Statue
( A → V konstruiert ) betrachten kann. Bei diesem Anblick kommt es erneut zu einer auditiven Überlappung und er beginnt die einzelnen Teile nicht nacheinanderfolgend, sondern gleich alles zusammen zu hören
( V → A konstruiert ). Dieses Erleben bereitet ihm unvorstellbar große Freude, wie ein gelebter Traum.
( A → K + ). Mozart beschreibt es als das größte Geschenk, für das er dem Herrgott danken muss. Ein stark prägender Zustand, der auch von anderen erfolgreichen Komponisten ähnlich beschrieben wird.

Erst an dieser Stelle schreibt er die zuvor entwickelten Ideen als Noten auf Papier nieder und sieht dabei die Elemente vor sich. Es stört in deshalb auch nicht, wenn er abgelenkt wird oder dabei herum blödelt.

Überrascht? Das Niederschreiben der Noten kommt erst am Ende der Strategie. Positive Gefühle während des kreativen Prozesses sind das Um und Auf der Arbeit.

Hier ein kleines gedankliches Experiment:

  1. Denken Sie an ein Problem, das Sie lösen. wollen. Welche Gedanken kommen Ihnen in den Sinn? Welche Gefühle sind da?
  2. Denken Sie an das Ergebnis, das Sie anstreben. Welche Fähigkeit, welche Ressource brauchen Sie ganz besonders, um es zu erreichen? Spaß? Lernen? Verständnis?
  3. Mit welchen positiven Gefühlen ist diese Ressource verknüpft? Welche Stimmen, Töne oder Klänge sind damit verbunden? Jetzt. Lassen Sie daraus eine Art Musik entstehen.
  4. Verbinden sie die Musik mit passenden Gerüchen und Geschmack. Erinnerungen an gutes Essen.
  5. Probieren Sie jetzt das Ganze mit Ihrem Problem. Welche Stimmen und Klänge entstehen jetzt? Welcher Geruch und Geschmack ist hier passend?
  6. Nehmen Sie jetzt die Ressource dazu. Verändern Sie Klang, Geruch und Geschmack des Problems. Probieren Sie so lange bis es passt.
  7. Lassen Sie daraus ein Bild entstehen. Achten Sie auf die Form, Farbe, Helligkeit und Struktur.
  8. Achten Sie, wie alle einzelnen Elemente interagieren. Lassen Sie daraus ein symbolisches Bild entstehen.
  9. Gehen Sie in Gedanken in eine zukünftige Situation, in der Sie diese Ressource benötigen. Nehmen Sie das Symbol als Unterstützung und bemerken Sie die Veränderung.
  10. Wenn Sie mit dem veränderten Verhalten zufrieden sind und es für Sie und Ihre Umgebung passt, dann sind Sie einen großen Schritt vorwärts gegangen und belassen es hier. Ansonsten gehen Sie im Prozess nochmals zu Stufe 6 zurück.

Die vielleicht wichtigste Sache, die man von Mozarts Strategien und dem darauf folgenden Gedankenexperiment lernen kann, ist die Bedeutung der Synästhesie zwischen unseren Sinnen.
Der ganze Prozess hat eine starke Verbindung zu unseren positiven Gefühlen. Wir können Sie selbst beeinflussen und Verantwortung für unsere Zukunft übernehmen. Opfer sein und Retter sein müssen darf ein Ende haben.

Empfehlenswerte Literatur: Robert Dilts, Strategies of Genius:1, Meta Publications, 1994, ISBN-10: 091699032X

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